Der Marsch auf die Institutionen am Ziel

Die 68er haben ihr Ziel erreicht. Die Linken haben alle wichtigen Schaltstellen der Macht übernommen. Der Marsch auf die Institutionen hat sein Ziel erreicht. Bildung, Justiz, Medien und inzwischen auch die Politik. Bis vor kurzem gab es keine einzige nichtlinke Partei im Bundestag. Die CDU ist soweit in die „Mitte“ gerückt, dass sie auf der linken Seite wieder herauskam. Man kann also mit Sicherheit sagen: Die Linke ist heute Mainstream.

Und ein anderer Sachverhalt ist ebenfalls offensichtlich: Es kommt keine echte Systemkritik mehr von den Linken. Warum? Die Linken haben sich kaufen lassen! Für einen Platz am Futtertrog haben sie einige, wenn nicht alle ihrer Ideale verraten. Für ein paar Krümel von der Tafel der Neoliberalen haben die Linken sich stummschalten lassen. Und da die Linken nun am Futtertrog sitzen, werden sie sich hüten, die Hand zu beißen, die sie füttert. Es ist also nicht übertrieben zu sagen: Echte Systemkritik kommt heute nur noch von rechts.

 

Die Antifa

Die Antifa ist quasi der aktivistische, gewaltätige Arm der Linken. Sie wird dazu benutzt auf der Straße Präsenz zu zeigen und politische Gegner einzuschüchtern und mundtot zu machen. Sie ist alles andere, als eine homogene Bewegung. Auf der einen Seite junge Pfarrerstöchter und alternde Powermoms aus Berlin-Prenzlauer Berg. Diese bilden eine laute und bunte Masse auf den Gegendemos, wenn sie ihre selbergemalten Schildchen in die Höhe recken und ihre Sprechchöre skandieren.

Auf der anderen Seite gibt es den gewaltbereiten Flügel aus Neomarxisten, Kryptobolschewiken und Anarchisten. Diese erkennt man an ihrem martialischen Auftreten, ihren schwarzen Kostümchen und ihrer Vermummung. Der schwarze Block besteht aus diesen Leuten. Diese sind es auch, die Kleinwägen anzünden, Plünderungen einleiten und politische Gegner auflauern und ins Krankenhaus prügeln.

Der Historiker Nigel Copsey hat ermittelt, dass die Antifa in Deutschland aus einem harten Kern von etwa 5000 Leuten besteht, die aber die ganze Zeit für ihre Gegenaktionen durchs Land reisen und auf diese Weise eine Größe ihrer Bewegung vortäuschen, die es so nicht gibt. Wer finanziert diese Mobilität überhaupt?

Es ist wie gesagt eine sehr heterogene Masse, die aber zusammenhält, wenn es gegen den Feind geht: Die Faschisten. Da es seit 1945 allerdings keine echten Faschisten mehr in Europa gibt und die Rechten immer mehr zu einem Randphänomen wurden, glich der Kampf der Antifa immer mehr dem Kampf gegen ein Phantom. Seit die 68er das Establishment übernommen haben, sind die Linken wie gesagt im Mainstream angekommen. Seit etwa den 90er Jahren gibt es also nichts mehr, wogegen die Antifa kämpfen könnte. Sie ist mehr oder weniger überflüssig geworden. Die Lautstärke ihres harten Kerns und die Gewaltexzesse bei G20 gaukeln weniger informierten Menschen eine Vitalität der Bewegung vor, die so nicht mehr gegeben ist.

Machen wir uns nichts vor: Die Antifa war, wie der Name verrät, schon immer abhängig von ihren Gegnern. Zutiefst unkreativ, immer abhängig von äußerem Stimulus. Sie war schon immer eine Anti-Bewegung und wie ein Parasit angewiesen auf einen Wirtskörper. Sie war niemals eine revolutionäre Bewegung, sondern schon immer reaktionär. Sie hat keine politische Position über die pure Reaktion hinaus. Anti sein kann für eine Zeit einen bestimmten Antrieb geben, aber es kann niemals echten Idealismus ersetzen.

 

Stillstand bei den Linken – Mobilität bei den Rechten

Ende des 20. Jahrhunderts hatte die Linke also den Kampf auf der Straße gewonnen und den Mainstream übernommen. Die Rechten wichen deshalb ins Internet aus, wo sie ihren Diskurs fortführten und ihre Konzepte weiterentwickelten. Und mit dem Anwachsen des Internets wuchs auch die neue rechte Bewegung. Während die Rechte sich also ständig weiterentwickelte, stagnierten die Linke auf ihren Konzepten aus dem 19. Jahrhundert.
Derweil die Rechte ihre Botschaften heute oftmals mit einem grinsenden Augenzwinkern präsentiert, wirken die Linken angestaubt und verbittert, während sie die ewig gleichen Konzepte von Marx, Trotzki und Lenin wiederkäuen. Man darf nicht vergessen, dass in linken, in kommunistischen Gesellschaften oftmals schon ein falscher Witz ins Gulag geführt hat. Deswegen haben Linke per se keinen großartigen Humor.

 

Die konservative Linke und der Kampf für den Status Quo

Und seit die Linke Mainstream ist, wurden die Linken auch noch zu Konservativen. Sie haben viel mehr Interesse als die Rechten, den gegenwärtigen Zustand zu konservieren. Krampfhaft klammern sie sich an den Status Quo. Und wie man auf der Frankfurter Buchmesse sehr gut gesehen hat, versuchen sie notfalls mit Gewalt, auch nur den Hauch einer offenen Diskussion mit der neuen Rechten abzuwürgen.

Mit jedem Identitären Jugendlichen, mit jedem AfD-Kommunalpolitiker, mit jedem systemkritischen Blogger, den die Antifa ins Krankenhaus prügelt, beweist die Linke ihren Unwillen und ihre Unfähigkeit, sich einer offenen Diskussion zu stellen. Insgeheim wissen die Linken, dass sie mit ihren alten, staubigen Theorien keinen Blumentopf mehr gewinnen können. Die neue Rechte macht es eigentlich völlig richtig, dass sie die Antifa links liegen lässt und weitgehend ignoriert. Würde sie sich ihr im offenen Kampf auf der Straße entgegenstellen, würde sie ihr nur Bestätigung und Legitimation geben. Die neue Rechte geht also den richtigen Weg, ihre Kräfte auf den offenen Diskurs zu konzentrieren, statt auf Gewalt und Auseinandersetzung mit Extremisten und ideologischen Betonköpfen.

 

Der Rollentausch von Linken und Rechten

Und nicht nur das. Es hat über die Jahrzehnte auch eine Art Rollentausch stattgefunden. Die Begriffe links und rechts stammen aus der Französischen Revolution. Links stand für Humanismus und den gleichen Wert aller Menschen und damit für gleiche Rechte für alle. Rechts stand für Chauvinismus und bestimmte Privilegien für bestimmte Gruppen. Dieser Chauvinismus gipfelte dann in einem übersteigerten Rassismus und den Schrecken des Vernichtungskrieges und Völkermordes.

Aber inzwischen scheint eine Art Rollentausch stattgefunden zu haben. Die Linken pflegen heute oftmals einen ausgesprochenen Rassismus – gegen weiße Männer, gerne alt. Aber auch die Rechten haben sich weiterentwickelt. Moderne Konzepte der neuen Rechten wie der Ethnopluralismus, sprechen allen Menschen die gleichen Rechte und den gleichen Wert zu. Ja, die Rechten setzen sich sogar für den Erhalt der humanen Biodiversität ein, während die Linken gerade versuchen, diese mit ihrer Gleichmacherei zu zerstören. Geht man also nach der ursprünglichen Definition der Worte „rechts“ und „links“, so setzen die Rechten sich heute eher für linke Ideale ein und umgekehrt.

 

Die Lebenslüge der Linken

Aber die größte Lebenslüge der Linken heutzutage ist, dass sie vorgeben für die Arbeiter zu kämpfen. Die Linke war seit der 68er-Bewegung schon immer eine intellektuelle Elite der Mittelklasse. Es gibt ein starkes Auseinanderdriften, von Theorie und Wirklichkeit.

Und die Antifa sind größtenteils materialistische, verwöhnte, aufmerksamkeitssuchende Jugendliche, die in ihren linken Ikonen das suchen, was ihnen ihre Mittelstandseltern nicht geben können. Sie wollen den materiellen Wohlstand ihrer verhassten Eltern zerstören, der für sie eine Substitution des Faschismus geworden ist. Und so demonstrieren sie mit ihrem Universitätsbachelor in der einen, dem Starbucks-5€-Sojalatte in der anderen Hand, ausgerüstet mit iPhone, Nikes und Designersonnenbrillen gegen den Kapitalismus. Arbeiter sucht man vergebens. Der Klassenkampf wurde ersetzt gegen den Minderheiten-Opferkult.

Wie Andrew Joyce es so passend beschrieb, ist die Antifa heute ein Bastardkind aus Karl Marx und Goldmann Sachs.

Und das gilt für die gesamte Linke. Die hat heute ihren Frieden mit dem Kapitalismus gemacht und alle ihre Ideale verraten. Wenn die Linke also nicht in der Lage ist, sich weiterzuentwickeln, sollte sie Platz machen für Konzepte, die der Komplexität und den Realitäten des 21. Jahrhunderts gerecht werden.

 

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Bildquelle:

© Túrelio (via Wikimedia-Commons), 2006 / Lizenz: Creative Commons CC-BY-SA-2.5

 

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